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Theory U meets New Work: Wozu eigentlich?

Die meisten Trends und Veränderungen gehen einher mit neuen Begrifflichkeiten, eine Art Geheimsprache für diejenigen, die sich mit dem Trend verbunden fühlen. Im Schatten der oftmals mit Unsicherheit und Angst geführten Debatten um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz oder Automatisierung fasst so ein neuer Trend halt. Die Szene-Wörter dieses Trends sind New Work oder Theory U. In diese Welt verwenden wir Scrum und planen Sprints, formen Coaching-Circles und machen Case-Clinics, entwickeln VUCA-Strategien und besinnen uns auf unseren Purpose.Und auch wenn sich all diese Ansätze und Konzepte voneinander unterscheiden, so fragen sie doch folgende zentrale Fragen: Wie wollen wir uns (zukünftig) im Arbeitskontext begegnen? Und welchen Beitrag leisten wir als Organisation und Einzelne für „das Größere Ganze“?

Darüber hinaus basieren sie auf einer zentralen Annahme: Yes we can. Wir können unsere Zukunft aktiv gestalten. Es liegt an uns, diese Fragen zu beantworten und Umfelder zu schaffen, in denen wir dies praktizieren und lernen können.

Hierbei rückt die menschliche Begegnung (wieder) in den Mittelpunkt. Technologie und digitale Innovation ist hilfreich, letztendlich verhandeln und schaffen wir unsere Zukunft jedoch „face-to-face“. Und insbesondere dann, wenn wir aus unseren Alltags-Blasen heraustreten und in einen ehrlichen und offenen Dialog mit Menschen aus anderen Sektoren und Unternehmen treten. Ob lokale Initiative, multinationales Unternehmen oder staatliche Institution: Wir alle haben einen Beitrag zu leisten und können voneinander lernen. Der Austausch untereinander ist wichtiger denn je, um unsere Herausforderungen anzugehen. Dies hat auch unser Auftakt zum New Work Journey gezeigt.

New Work Journey in Bonn

Wir haben also Modelle und Wissen zur Hand, um unsere Zukunft zu gestalten. Und es gibt zahlreiche Menschen, die bereit sind, Wandel voranzutreiben. Worauf warten wir dann?

Das war auch die Devise von uns – Unity Effect e.V. (ein gemeinnütziger Verein aus Bonn) und Kompano Entwicklungsberatung (Experte für Zukunftsgestaltung und Entwicklung). Mit unserem New Work Journey schaffen wir einen Raum für den Austausch von Ideen, Wissen und Inspiration.

An 4 Abenden werden wir dazu in Bonn zusammenkommen, um gemeinsam Prototypen für die Arbeitswelt von morgen zu entwickeln. Dabei setzen wir auf einen sektorübergreifenden Austausch untereinander; und die Bereitschaft, sich auf einen Gruppenprozess einzulassen. Über den Austausch werden wir ins Handeln gelangen, und von da einen Beitrag für die (Arbeits-)Welt von morgen schaffen.

New Work Journey: An 4 Abenden werden wir dazu in Bonn zusammenkommen, um gemeinsam Prototypen für die Arbeitswelt von morgen zu entwickeln.

An der Infoveranstaltung konnten wir 25 Teilnehmende im Social Impact Lab Bonn begrüßen. Anwesend waren Coaches, Lehrer, Vertreter*innen von großen Banken und kleinen Sozialunternehmen, Studierende und Menschen in persönlicher Umorientierung. Unsere Reise selbst beginnt am 26. September. Es gibt also noch die Möglichkeit, mitzumachen.

Unser Leit-Modell ist dabei die bereits erwähnte Theory U – einer dieser Begriffe, die es sich lohnt, genauer anzuschauen.

Die Kraft des U’s

Schauen wir um uns herum, sehen wir zahlreiche Herausforderungen: Klimawandel (oder besser: Klimakrise), Nationalismus oder Massenmigration. Schauen wir diesen Phänomenen auf den Grund, liegt dem meist unsere Form des Wirtschaftens zu Grunde.

Was aktuell auf dem Spiel steht ist also nichts geringeres, als die Transformation unseres Wirtschaftssystems. Eine Form des Kapitalismus, welche Unternehmensinteressen und Shareholder-Value-Denken über soziale und ökologische Verantwortung stellt.

Nicht nur sozial Engagierte sehnen sich nach Veränderung. Mehr und mehr Menschen in großen Unternehmen sind sich bewusst, dass ein radikaler Wandel nötig ist. Aber wie können wir diesen in Umfeldern anbringen, die noch immer auf alten Prinzipien beruhen? Wie können wir Menschen die Angst nehmen, sich auf diesen Wandel einzulassen?

Wir müssen also alle von alten Denkmustern loslassen. Mit dem Modell der Theory U kann es gelingen, Intuition ins Handeln zu übertragen. Ein essenzieller Brückenschlag, um mit Herausforderungen unserer Zeit umzugehen.

Crossing the threshold – License by Presencing Institute & Otto Scharmer.

Darüber hinaus kann es mithilfe der Theory U gelingen, einen kollaborativen Rahmen für soziale Innovation zu bieten. Für die Umsetzung von Ideen benötigen wir die ehrliche Rückmeldung von anderen.

Die wohl größte Stärke der Theory U ist es aus unserer Sicht jedoch, dass die Verantwortung und Handlungsmöglichkeiten wieder bei uns liegen. Anstatt nach außen und auf die Umstände zu schauen, ist die Frage: Welche Fähigkeiten und innere Haltung möchte ich an den Tag legen, um Veränderung möglich zu machen? Wir können nicht mehr auf andere (“die” Politik, “die” Wirtschaft, “das” Management) warten.

Wozu oder warum?

Die Infosession hat gezeigt, dass Interesse an einem Format wie dem New Work Journey besteht. In der allgemeinen Reflektion ist dabei deutlich geworden, wie entscheidend persönliche Fragestellungen dabei sind. Es geht um die Umgestaltung der Arbeitswelt. Und dies machen wir als Individuen, mit all unseren persönlichen Wünschen und Herausforderungen. So überrascht es wenig, dass die Frage nach dem eigenen Beitrag und den eigenen Möglichkeiten zentral war.

Aus dem englischen ist uns dabei das unscheinbare Wort “why” zugespielt worden, welches mittlerweile sogar eine ganze Generation beschreibt. Die deutsche Übersetzung “warum” wirft uns dabei oftmals in die Vergangenheit zurück und weckt den Bedarf nach Rechtfertigung. “Warum hast du das gemacht?” “Warum müssen wir eine bestimmte Sache verändern?”

Oftmals treffender in unserem Kontext ist es, “why” mit “wozu” zu übersetzen. Wozu stehe ich für etwas ein, wozu engagiere ich mich in einem Projekt? Die Aufmerksam richtet sich direkt in die Zukunft. Und es wird deutlich, was ich mithilfe meiner eigenen Ressourcen gestalten möchte.

Und so werden wir bei unserem Kick-Off des New Work Journeys am 26. September gemeinsam herausarbeiten, wozu wir uns auf eine gemeinsame Reise begeben.

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